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2. antifaschistischer Infoflyer für Neukölln erschienen

Mehr als tausend Exemplare der zweiten Ausgabe des „Berlin Info –Spezial Neukölln“ sind bereits verteilt worden oder in den Briefkästen im Süden Neuköllns gelandet. Weitere Verteilungen werden folgen. Thematisch deckt der Infoflyer eine breite Palette von Themen ab: Von der rassistischen Hetze des Neuköllner Bezirksbürgermeisters, rechte Umtriebe unter den Anhänger_innen des lokalen Fußballvereins TSV Rudow und den Verbindung von Neuköllner Neonazis und dem berlinweiten Netzwerk „NW-Berlin“ über den Mord an Burak B. im April diesen Jahres bis hin zum Versagen der Sicherheitsbehörden im Zusammenhang mit der neonazistischen Mordserie des NSU. Abgerundet wird das Ganze einem ausführlichen Linktteil und einem Einblick in die Chronik rechter Gewaltin Neukölln.

 

Im Juli 2011 war neben Infoflyer zu den ebenfalls als Schwerpunkte der Berliner Neonaziszene geltenden Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Pankow auch eine Ausgabe für Neukölln. Die darin getroffene Einschätzung hat von ihrer Aktualität seitdem nichts verloren. Im Süden Neuköllns ist eine Neonaziszene aktiv, die sich am Politikstil der „Autonomen Nationalisten“ orientiert und fest in das Neonazinetzwerk „NW-Berlin“ integriert ist. Politische Arbeit findet de facto nicht statt und ihre Aktivitäten ergehen sich in Aktionismus mit dem Ziel der Einschüchterung von vermeintlich identifizierten politischen Gegner_innen. Sie werden jedoch immer wieder mit antifaschistischen Gegenaktivitäten konfrontiert und haben zudem mitunter auf Grund eigener Unfähigkeit mit staatlicher Repression zu kämpfen.

Zuletzt war Neukölln in den Fokus gerückt, als in der Nacht zum 9.Oktober (dem Geburtstag des von Nazis zum „Märtyrer“ stilisierten SA-Mann Horst Wessels) neben zwei Parteibüros in Reinickendorf und Spandau und einem Nachbarschaftshaus in Schöneweide, es auch in Neukölln wieder zu mehreren Anschlägen von Neonazis kam. Bei einer Flüchtlingsunterkunft im an Rudow angrenzenden Waßmannsdorf und dem Haus einer Familie, die im vergangenen Jahr keine NPD-Wahlwerbung annehmen wollte und seit dem mehrmals zum Ziel von Angriffen wurde, wurden Scheiben eingeworfen. Am und in der Umgebung des Kinder-und Jugendzentrum der „Falken“ und einer Gedenktafel in Britz wurden massiv neonazistische Symbole und Parolen gesprüht. Am selben Abend veranstaltete die Neuköllner CDU eine „Bürgerversammlung“ zu einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Rudow, die von einer rassistischen Stimmung und auf der die NPD trotz Hinweis geduldet wurde. Auffällig ist, dass an mehreren der Tatorte der Verweis auf die Internetseite des „NW-Berlins“ als Signatur hinterlassen wurde. Die Verknüpfung von Neuköllner Neonaziszene und dem „NW Berlin“ ist seit längerem zu beobachten, so wurden im März 2012 die Wohnungen des Neuköllner NPD-Vorsitzenden Sebastian Thom und des Rudower Anti-Antifa Aktivisten Patrick Weiss durchsucht , die zuvor großflächige Schriftzüge gesprüht und Fotos von diesen auf der Internetseite des „NW-Berlin“ eingestellt zu haben. Die Verbindung wird auch an der regemäßig Beteiligung an unter dem Label „NW-Berlin“ durchgeführten Kampagnen von Neuköllner Neonazis ersichtlich.

Dass Neonazis in Südneukölln auch auf die Unterstützung ein subkulturelles Umfeld zurückgreifen kann, zeigt sich an Teilen des Anhangs des TSV Rudows. Im Oktober 2011 provozierten Neonazis unter den Fans des TSV Rudows die als linksalternativ geltenden Anhänger_innen von Tennis Borussia mit homophoben und geschichtsrevisionistischen Parolen und bewarfen diese mit Gegenständen. Thomas Schirmer, der Umfeld der Neuköllner NPD zählt, war in Thor Steinar-Hose als Ordner eingesetzt. Im Rückspiel im April 2012 versuchten sechs einschlägig bekannte Neuköllner Neonazis u.a. Julian Beyer und Marcel Königsberger ins Charlottenburger Mommsenstadion zu gelangen, wurden vom Ordnungsdienst jedoch abgewiesen. Die übrigen Rudow-Anhänger_innen solidarisierten sich mit den Neonazis.
Begünstigt wird diese Entwicklung von der Bezirkspolitik. Maßnahmen gegen die Neonaziszene im Süden bleiben aus, stattdessen wird der Widerstand dagegen aus totalitarismusideologischer Perspektive diffamiert, Bürgermeister Heinz Buschkowsky fällt zudem dadurch besonders durch Hetze gegen Hartz IV-Betroffene und Migrant_innen auf. Aktuell hat Buschkowsky es mal wieder mit eine häufig als rassistische kritisierten Buch in die Öffentlichkeit geschafft.

Ein anderes als ein rassistisches Motiv derzeit beim Mord an Burak B. im Ortsteil Buckow nicht zu erkennen. In der Nacht vom 4. Zum 5.April 2012 stand der 22-jährige mit vier Freunden, die alle einen so genannten Migrationshintergrund hatten, in der Rudower Straße als ein Mann an die Gruppe heran trat und ohne Vorwarnung schoss. Burak wurde getötet, zwei weitere Jugendliche schwer verletzt. Der Täter, der als weiß und um die vierzig mit einem schwarzen Kapuzenpullover beschreiben wird, kennt sich in der Gegen offenbar gut aus und verschwindet nach der Tat durch eine nahegelegene Grünanlage.